Droht Russland dem Westen mit Atomwaffen?

Wie im Kalten Krieg warnt Moskau den Westen vor einem möglichen Atomwaffeneinsatz: mit einer Fernsehsendung. Darauf hat Thomas Röper in einem aktuellen Beitrag hingewiesen und das näher erklärt.

Der in Russland lebende Geschäftsmann und Journalist Thomas Röper hat in einem  Beitrag am Montag auf seiner Webseite Anti-Spiegel darauf aufmerksam gemacht, dass im russischen Staatsfernsehen mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht wird. Er verwies auf einen langen Beitrag im TV-Nachrichtenüberblick am Sonntag über die Diskussion über den Einsatz von Atomwaffen, den der russische Experte Sergej Karaganow angestoßen hat.

Dieser habe gefordert, Russland solle zeigen, dass der Westen zu weit geht und seine Eskalationen einstellen sollte. Es gehe darum, zu verhindern, dass es zu einem globalen Atomkrieg kommt. Dazu sollte Russland aus Karaganows Sichtals letzte Warnung sogar bereit sein, eine taktische Atomwaffe gegen Polen einzusetzen. Das solle ein Zeichen sein, dass für Russland die Grenze des Ertragbaren erreicht ist.

Röper erinnert daran, dass die Supermächte im Kalten Krieg bis 1990 ihre staatlichen Nachrichtensender genutzt haben, um der Gegenseite Signale zu senden. „Am bekanntesten ist das Beispiel aus 1983, als die Sowjetunion aufgrund der Provokationen der USA von einem bevorstehenden Atomschlag der USA ausging und sowjetische Kampfflugzeuge mit laufenden Motoren und einsatzbereiten Atomwaffen auf den Flugplätzen der DDR standen. Damals hat das US-Fernsehen als Signal live aus Kalifornien berichtet, wo US-Präsident Ronald Reagan demonstrativ und in aller Ruhe auf seiner Ranch ausgeritten ist, um zu zeigen, dass die USA nichts dergleichen planen. Das war ein Signal an die Sowjetunion und es hat sein Ziel erreicht und Moskau beruhigt.“

Signal an die USA und die Nato

Röper habe die Sendung am Sonntag im russischen Fernsehen „sofort als Signal an die USA und die Nato angesehen, die Eskalation nicht weiterzutreiben“. Das sieht er dadurch bestätigt, dass der Beitrag über den möglichen Einsatz russischer Atomwaffen gegen Polen und andere europäische Länder am Montag auf Rossija 24 erneut ausgestrahlt wurde.

Angesichts der bekanntgewordenen Planungen Kiews für eine Provokation am Atomkraftwerk (AKW) Saparoschje werde deutlich: „Russland zeigt dem Westen, dass eine solche Provokation Kiews, die zu einem schweren Unfall in dem AKW führt, für Russland ein Grund sein könnte, nuklear auf diese nukleare Provokation zu reagieren. Übrigens hat der Sender unmittelbar nach der wiederholten Ausstrahlung des Beitrages sofort einen Beitrag über die Sicherheitslage in dem AKW und die Folgen eines möglichen Vorfalls im AKW gezeigt und die Folgen eines solchen Vorfalls erklärt, der große Teile Russlands radioaktiv verseuchen würde.“

Röper schreibt von einem „deutlichen Signal“, dass Russland einen provozierten Vorfall am oder im AKW als nuklearen Angriff des Westens werten und entsprechend reagieren würde.


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