Ein Spiegel für Europa: Warum Budapest zur Pilgerstätte der «Selbstdenker» wird

Während politische Debatten in Deutschland zunehmend von Polarisierung und Absperrgittern geprägt sind, hat Wolfgang Hummel auf der CPAC-Konferenz in Budapest eine überraschende «Normalität» erlebt. Im Interview mit Éva Péli räumt er mit medialen Klischees auf.

30. März 2026 von Red. Lesedauer: 13 Minuten.


Éva Péli: Herr Hummel, wie haben Sie die Stimmung auf der CPAC-Konferenz in Budapest wahrgenommen – insbesondere im Vergleich zur aktuellen politischen Debattenkultur in Deutschland?

Wolfgang Hummel: Die besondere Atmosphäre begann bereits bei der Ankunft. Man kann sich zwar trefflich darüber streiten, was «konservativ» heute bedeutet, zumal eine solche Veranstaltung in Deutschland schnell als bloßes «Rechten-Treffen» abgestempelt würde. Doch der Kongress verdeutlichte, dass europaweit – und durch zugeschaltete Teilnehmer sogar in Lateinamerika – sehr ähnliche Themen die konservative Seite bewegen, und zwar eben auf der konservativen und nicht auf der linken Seite.

Die größte Überraschung für jemanden, der aus Berlin kommt: Es gab keinerlei Polizeiaufgebot. In Berlin wüsste ich schon auf dem Weg zum Veranstaltungsort: Hier warten Absperrungen, Polizeigitter und ein Großaufgebot, da es sich vermeintlich um ein «rechtes Treffen» handelt. In Budapest wirkte es so normal wie der Besuch einer Sportveranstaltung – passenderweise fand der Kongress auch in einer Sporthalle statt. Nach der Ticketkontrolle am Eingang wurde deutlich: Ein offener Diskurs ist hier ohne Weiteres möglich. Es gab keine Gruppierungen, die den Zugang blockierten, Sprechchöre organisierten oder Teilnehmer niederschrien.

Mein stärkster Eindruck, noch bevor ich die Konferenzräume betrat, war diese gelebte Normalität im Umgang mit unterschiedlichen Meinungen – seien sie rechts, links, konservativ, sozialistisch oder liberal. Dass es einfach normal ist, dass unterschiedliche Meinungen existieren, ist der stärkste Eindruck. In Deutschland scheint die Fähigkeit verloren gegangen zu sein, über konservative Inhalte zu diskutieren, ohne dass dies zu Störungen oder gesellschaftlicher Ausgrenzung führt.

«In Ungarn hat man sich die Offenheit bewahrt

Glauben Sie, dass diese Atmosphäre darauf zurückzuführen ist, dass in Ungarn seit 16 Jahren eine rechtskonservative Partei regiert?

Ich denke, dort herrscht tatsächlich eine grundlegend andere Kultur. Da ich meist nur für wenige Tage in Budapest bin, ist ein abschließendes Urteil schwierig, aber das Verständnis von Diskussionskultur ist ein anderes. Ein solches Verständnis war vor 30 Jahren auch in Deutschland noch präsent – ich bin alt genug, um mich an diese Zeit zu erinnern. In Ungarn hat man sich diese Offenheit bis heute bewahrt.
Ein fast schon plakatives Beispiel sind zwei Cafés in der Budapester Innenstadt, deren Konstellation in Berlin niemals möglich wäre. Das eine nennt sich «Scruton», benannt nach dem britischen konservativen Philosophen Roger Scruton. Dort treffen sich vorwiegend konservative Studenten – interessanterweise sah ich dort sogar Frauen mit Kopftuch. Direkt daneben befindet sich eine linke Kneipe, wie man sie typischerweise aus Berlin kennt. Aber beide Orte koexistieren seit langem friedlich. Das sogenannte «rechte» Café ist weder mit Parolen beschmiert, noch gibt es dort Vandalismus oder «Nazis raus»-Rufe.

Sie existieren ganz selbstverständlich nebeneinander: Auf der einen Seite gehen die Konservativen rein, und wirklich nur 20 Meter weiter, im Nachbargebäude, finden sich die Linken zusammen. In einer deutschen Stadt wäre ein solches Bild heute leider kaum noch so möglich.

Das diesjährige Motto lautet «Onward to Victory». In Deutschland stehen konservative Kräfte oft unter erheblichem medialem und politischem Druck. Welche konkrete Strategie oder Form der Zuversicht nehmen Sie aus Budapest mit, die auch für die Oppositionsbewegung in Deutschland relevant sein könnte?

Lassen Sie mich dazu noch einmal auf den Begriff «konservativ» zurückkommen. Es ist ja eigentlich absurd, dass die CDU diesen Begriff so für sich gekapert hat. Wenn man die großen konservativen Philosophen liest, dann tut man sich heute extrem schwer, bei der CDU in ihrer aktuellen Form überhaupt noch etwas von echtem Konservatismus zu finden. Wo soll der denn sein? Das Wort wird dort oft nur missbraucht, um eine bürgerliche Wählerschicht bei der Stange zu halten.

In Budapest hingegen war das anders. Dort bildeten traditionelle Werte – dass die Ehe aus Mann und Frau besteht und die Familie in der Regel aus Mann, Frau und Kind – das ganz natürliche verbindende Element. Es ging gar nicht so sehr um das rein Politische; die Konferenz war eine Plattform für den Austausch. Und ich muss ehrlich sagen: Ich war selbst überrascht! Man sieht dort Staaten wie Portugal oder Spanien, zu denen man sonst vielleicht nur einen Bezug als Urlauber hat. Aber dort wird plötzlich etwas deutlich, was heute fast schon wieder revolutionär wirkt: Dass die Mehrheit der Bevölkerung in den wesentlichen Dingen völlig übereinstimmt.

Wir brauchen Sicherheit in den Städten, Sicherheit für unsere Kinder und eine Schulbildung, die wieder etwas mit Leistung zu tun hat. Wenn ich versuche, alle nur noch irgendwie unterschiedslos „einzubeziehen“, ohne auf Qualität zu achten, dann ernte ich genau das, was wir gerade überall erleben: ein sinkendes Bildungs- und Qualifikationsniveau.

Die Rückkehr der «schweigenden Mehrheit»

Das klingt nach einer sehr grundlegenden Erkenntnis über die tatsächlichen Mehrheitsverhältnisse.

Genau das ist der Punkt! Diese eigentlich selbstverständlichen Überzeugungen wurden von linken Strömungen über Jahrzehnte an den Rand gedrückt. Aber der Kongress zeigt: Von Dänemark über Schweden bis nach Portugal bewegt die Menschen das Gleiche. Das ist im Grunde die Normalität, und es ist bezeichnend, dass diese Botschaft heute schon Sprengkraft hat. Es zeigt einfach, wie einseitig die Medien uns über Jahre informiert haben. Man wird dazu gebracht zu glauben, man stünde mit seiner Meinung auf verlorenem Posten. Aber der Kongress hat bewiesen – und das sagen alle Teilnehmer, auch die aus den Niederlanden: Nein, wir sind die Mehrheit!

Ich will das gar nicht nur am Wort «konservativ» festmachen. Es war eher ein Treffen der Selbstdenker, völlig ideologiefrei. Wir lassen uns von den Medien und der Politik nicht mehr vorschreiben, was wir zu denken haben. Und – das muss ich auch gegen die Vorurteile sagen – wir waren keineswegs alle einer Meinung. Da saßen Vertreter dieser ganzen Vielfalt von Nationen. Das ist das wahre Gegenmodell zur EU als Zentralstaat: Eine Union der Völker mit ihren ganz eigenen, unterschiedlichen Identitäten. Das ist die eigentliche Botschaft, viel mehr als irgendein konkretes politisches Programm, das dort gar nicht im Detail diskutiert wurde.

Kommen wir zu Viktor Orbáns Eröffnungsrede. Er betonte darin drei zentrale Säulen: Keine Migration, keine Gender-Ideologie, kein Krieg – stattdessen ein klarer Fokus auf den Frieden. Wie nahmen die internationalen Gäste diese Positionierung auf? Und wie realistisch ist diese Haltung als Ausgangspunkt für eine politische Wende in anderen EU-Staaten?

Ich war nun bereits zum fünften Mal dabei, und dieses Mal war es sicher tagespolitischer als sonst, wo es eher um grundsätzliche Fragen ging. Was man aber sieht: Orbáns Position hat sich nie geändert. Er war von Anfang an konsequent und hat schon früh auf die Risiken hingewiesen – auch auf das Thema Islamismus bei der Einwanderung.

Ich denke, das zeigen auch die Berichte aus den anderen Ländern auf der Konferenz. Selbst das EU-Establishment kann jetzt nicht mehr leugnen, dass eben nicht nur Fachkräfte oder Flüchtlinge kamen, sondern dass sich die EU – mit welcher Absicht auch immer – hier ein massives Problem geschaffen hat. In diesem Punkt wurde Orbán rückblickend bestätigt. Dennoch muss man realistisch bleiben. In vielen Ländern – Polen ist da ein klassisches Beispiel – existieren weiterhin starke pro-europäische oder linke Mehrheiten. Orbán bleibt ein Stachel im Fleisch – allerdings nicht im Fleisch Europas, sondern in dem des Brüsseler EU-Apparats. Er fungiert als lebendiges Gegenmodell und beweist: Es geht auch anders. Und mit diesem Weg ist er bis heute erfolgreich.

Sie sprachen die Zusammenarbeit in Mitteleuropa an. Wie steht es aktuell um die Geschlossenheit dieser Staaten?

Am nächsten stehen ihm sicher Tschechien und die Slowakei. Die Differenz zu Polen ist eine spezielle Sache, die im Wesentlichen an der Russlandfrage hängt. Aber man muss sagen: Orbán war am erfolgreichsten, als die Visegrád-Staaten geschlossen mit ihm ihre Stimme erhoben haben. Der Ukraine-Konflikt hat leider dazu geführt, dass Polen da etwas ausgeschert ist. Dadurch ist die besonnene Stimme Mitteleuropas leiser geworden. Das ist bedauerlich. Wir müssen da wieder hin, denn im Verbund der Visegrád-Staaten war noch viel deutlicher: Mitteleuropa möchte diesen falschen Weg nicht mitgehen, den Westeuropa – namentlich Frankreich, die Niederlande und Deutschland – schon seit Jahrzehnten eingeschlagen hat.

Washington und Budapest: Ein neuer transatlantischer Brückenschlag

Kommen wir zur transatlantischen Achse zwischen den USA und Europa. Die CPAC ist ursprünglich ein Export aus den Vereinigten Staaten. Wie stark war der Einfluss der US-amerikanischen Akteure in diesem Jahr spürbar? Haben wir es mit einer rein symbolischen Allianz zu tun, oder entsteht hier eine handfeste Infrastruktur gegen globalistische Bestrebungen?

Das lässt sich am besten nachvollziehen, wenn man die Ursprungsidee betrachtet. Die CPAC ist im Kern eine Bewegung konservativer Republikaner. Wichtig ist hier: Das sind nicht diese Neocons, die die Welt mit imperialistischen Ideen und unter dem Deckmantel der Demokratie beglücken wollen. Es sind Konservative, die auf traditionelle Werte wie die Familie setzen und der Meinung sind, dass der Staat im Leben des Einzelnen eine geringere Rolle spielen sollte.

Man muss verstehen, dass es «die eine USA» so nie gab. Es existieren immer mindestens zwei Welten nebeneinander: das konservative Milieu in den ländlich geprägten Bundesstaaten und die eher demokratisch orientierten Metropolen. In der Vergangenheit kam es hier zu einer interessanten Scherenbewegung: Während die Demokraten zu Globalisten wurden, die ihre Botschaft weltweit verbreiten wollten – oft Hand in Hand mit Großkonzernen –, vollzog sich bei den Republikanern ein Wandel. Jene Partei, die jahrzehntelang das amerikanische Modell in die Welt tragen wollte, entwickelte sich zu der Kraft, die heute verstärkt auf nationale Selbstbeschränkung setzt.

Wie hat sich dieser Brückenschlag konkret auf der Konferenz manifestiert?

Für mich persönlich war entscheidend, dass hier eine Plattform entstand, auf der man unmittelbar mit Kongressabgeordneten aus Washington diskutieren konnte – teilweise intensiver als in den USA selbst. In diesem Jahr waren zwar bedeutende Vertreter aus dem US-Kongress da, hielten sich aber eher im Hintergrund. Das Geschehen wurde primär von der ungarischen Fidesz-Partei und anderen europäischen Vertretern dominiert.

Dennoch wurde eines überaus deutlich: Auch die US-Amerikaner bewegen ganz existenzielle Alltagsfragen. Ein Kongressabgeordneter erzählte beispielhaft, dass er hier zum ersten Mal seit Jahrzehnten in einer Metropole unterwegs war, ohne vorab fragen zu müssen: «Wo sind die No-Go-Areas? Wo ist das Risiko eines Überfalls am größten?» Er konnte in Budapest einfach rumlaufen, ohne dass ihn jemand warnte, er könne sein Portemonnaie oder Handy verlieren. Das ist ein schlichtes, aber mächtiges Beispiel für den Erfahrungsaustausch. Während man in Berlin jüdischen Mitbürgern mittlerweile leider raten muss, bestimmte Viertel zu meiden, präsentiert Orbán hier sein Gegenmodell – und es funktioniert offensichtlich. Das bestätigen übrigens auch die israelischen Gäste: Es gebe kaum eine europäische Stadt, in der sie sich so sicher fühlen wie in Budapest.

Welche Rolle spielte das Vorgehen der USA unter Trump und Israel gegenüber dem Iran bei diesem Treffen?

Es ist kein Geheimnis, dass Viktor Orbán ein sehr enges Verhältnis zu Netanjahu pflegt. Es gab eine Videobotschaft, und auch Netanjahus Sohn war persönlich vor Ort, um intensiv für den israelischen Standpunkt zu werben. Dahinter steht jedoch eine tiefere Sorge: Trump hat die Komplexität des Nahostkonflikts und vor allem die inneren Strukturen des Irans völlig missverkannt. Er hat damit eine Situation geschaffen, die ihm politisch massiv schaden könnte.

Man muss Trump nicht persönlich schätzen, aber man muss erkennen, dass ihn eine Bewegung ins Amt getragen hat, deren Kernanliegen das Ende einer imperialistischen Politik war. «America First» bedeutet für diese Wähler eben nicht nur Nationalismus, sondern vor allem außenpolitische Selbstbeschränkung. Aus Sicht vieler Konservativer – Tucker Carlson ist hierfür ein prominentes Beispiel – hat Trump mit diesem Vorgehen die konservative Sache verraten. Ich wähle dieses Wort ganz bewusst. Wir erleben hier gerade eine gefährliche Bruchstelle innerhalb der Make America Great Again-Bewegung. Mit der Eskalation im Iran-Konflikt hat Trump ein zentrales Versprechen gegenüber seinen Wählern gebrochen, denen der Rückzug aus fremden Kriegen extrem wichtig war.

Auswirkungen auf Europa: Die Schwächung der diplomatischen Kraft

Welche Auswirkungen hat dieser interne Konflikt der US-Konservativen auf Europa?

Das ist der entscheidende, fast schon tragische Punkt. Diese internen Verwerfungen schwächen genau jene Dynamik, die wir bräuchten, um endlich eine diplomatische Lösung im Russland-Ukraine-Konflikt herbeizuführen. Wenn Trump durch den Nahostkonflikt politisch vollkommen absorbiert wird oder dadurch in eine schwache Position gerät, schwindet die Chance auf die von ihm angestrebte Friedensinitiative mit Russland. Für uns in Europa bedeutet das: Wenn die USA als ordnende Kraft für den Frieden ausfallen, übernehmen jene Akteure die Führung, die dezidiert auf eine Fortführung des Krieges in der Ukraine setzen. Das ist die bedauerliche Entwicklung, die sich momentan hinter den Kulissen bereits abzeichnet.

Im Fokus stand, wie Sie sagten, die Rückbesinnung auf Nationalstaatlichkeit und individuelle Freiheit. Erleben wir in Budapest den Anfang eines Dominoeffekts für Europa? Gibt es Anzeichen dafür, dass diese «Mehrheit», von der auf dem Kongress die Rede war, wirklich in Bewegung gerät?

Ich mag in dieser Frage befangen sein, aber ich bin fest davon überzeugt, dass Ungarn ein Exempel statuiert: Man kann in der EU äußerst selbstbewusst agieren. Wenn man das Abstimmungsverhalten in der Union nüchtern betrachtet, wird eines klar: Uns wird die EU als große Gemeinschaft von 27 Staaten präsentiert, doch faktisch sind etwa 20 davon Nettoempfänger. Gezahlt wird nur von einer kleinen Gruppe von sechs oder sieben Staaten. Deutschland ist dabei der größte Zahler und trägt nahezu ein Viertel zum Haushalt bei. Was ich damit sagen will: Die anderen Staaten haben oft nicht den Mut, gegen Frankreich oder Deutschland aufzustehen, weil sie schlicht fürchten müssen, dass ihnen Gelder vorenthalten werden könnten.

Ungarn bekommt diesen finanziellen Druck ja bereits massiv zu spüren.

Exakt, Ungarn ist da ein Zielobjekt. Aber Orbán zeigt eben: Man kann die Stimme erheben und Rückgrat beweisen. Das ermutigt auch andere. Wir haben es in Polen gesehen: Als Tusk an die Regierung kam, wurden unter dem Label der «Rechtsstaatlichkeit» plötzlich Gelder freigegeben, obwohl sich an der tatsächlichen politischen Praxis kaum etwas zum Besseren gewandelt hat – im Gegenteil. Es wird deutlich, dass viele Länder eigentlich nur aus Angst vor Mittelkürzungen und wegen kurzfristiger Vorteile anders abstimmen, als sie vielleicht möchten. Aber der EU-Apparat kann die Versprechen von vor 30 Jahren – eine moderne, prosperierende Union zu schaffen – gar nicht mehr halten.

Woher rührt dann diese enorme Schärfe in der Auseinandersetzung mit Viktor Orbán?

Die Wut und die Empörung über Orbán speisen sich nicht primär daraus, dass er eine andere Politik macht. Er hält der EU schlicht den Spiegel vor. Er fragt: «Was habt ihr eigentlich geliefert? Wo sind eure Wohlstandsversprechen?»

Ich bin noch immer tief beeindruckt von einer China-Reise. Wenn man dort das Netz an Hochgeschwindigkeitszügen sieht und das mit dem vergleicht, was wir derzeit in Europa erleben, wird unser Rückstand schmerzhaft deutlich. Die zentrale Planung über die Brüsseler Bürokratie hat uns in den letzten 30 Jahren nicht vorangebracht. Der Groll auf Orbán ist deshalb so tief verwurzelt, weil seine Politik im Grunde höchst rational ist und das Versagen der zentralistischen Strukturen offenlegt.

Hintergrund: Die Conservative Political Action Conference (CPAC) ist ursprünglich das traditionsreichste Gipfeltreffen der US-Konservativen. Seit 2022 findet mit der CPAC Hungary ein europäischer Ableger in Budapest statt. Organisiert vom ungarischen Zentrum für Grundrechte, hat sich die Konferenz zur einflussreichsten Netzwerk-Plattform für konservative Politiker, Intellektuelle und Aktivisten aus Europa und den USA entwickelt. Unter dem Schutzschirm der Regierung Orbán werden hier Themen wie nationale Souveränität, Grenzschutz und traditionelle Familienwerte jenseits des Brüsseler Mainstreams diskutiert.

Zur Person: Wolfgang Hummel ist ein langjähriger Beobachter der europäischen und transatlantischen Politik mit einem besonderen Fokus auf ordnungspolitische und energetische Fragen. Als Experte, der unter anderem für das Land Berlin tätig war und als Vertreter bei internationalen Missionen (u. a. IWF in der Ukraine) fungierte, gilt er als profunder Kenner der osteuropäischen Machtstrukturen. In seinen publizistischen Beiträgen setzt er sich kritisch mit zentralistischen EU-Strukturen und der aktuellen deutschen Energie- und Außenpolitik auseinander. Hummel gilt als Verfechter einer auf Souveränität und Realpolitik basierenden Diplomatie.

Das Interview ist auf dem Portal Transition-news.org erschienen.

Titelbild: von Éva Péli